„Alles über Anne“ – Menno Metselaar vom Anne-Frank-Haus in Amsterdam sprach am 10.10. über Anne Franks Leben und ihr Sterben im Konzentrationslager Bergen-Belsen

Ungewollt und erschreckend aktuell war die Informationsveranstaltung über das Leben der Jüdin Anne Frank, die mit ihrer Familie zwei Jahre vor den Nazis versteckt lebte und 15-jährig im KZ starb. Am Tag zuvor hatte ein rechtsextremer Attentäter versucht eine Synagoge zu stürmen und zwei Menschen umgebracht.

Umso wichtiger war der Besuch der Klasse 6a im UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein bei der Veranstaltung „Alles über Anne“ im Rahmen des Literaturfestivals. Die Schüler*innen hörten konzentriert und interessiert zu, als Menno Metselaar über Annes Leben und die Bedeutung der Zahlen 8, 6 und 761 erzählte. 8 Menschen lebten verborgen in dem Hinterhaus des Geschäftshauses in Amsterdam. 6 Helfer*innen ermöglichten dies, indem sie sie versorgten, informierten und aufmunterten, wobei sie ihr eigenes Leben in Gefahr brachten. 761 Tage konnten die acht Menschen so versteckt weiterleben, bis sie im August 1944 verraten und alle bis auf einen, Annes Vater, vor Kriegende im Mai 1945 getötet wurden oder aufgrund der erbärmlichen Lebensumstände nach ihrer Verhaftung starben. Im Anschluss konnten die Schüler*innen Fragen stellen, wie beispielsweise Refie, die sich erkundigte, warum die Familie Frank, die 1933 vor den Nazis schon aus Frankfurt geflohen war, von Amsterdam nicht weitergeflohen war. Das sei eine sehr kluge Frage, bestätigte Menno Metselaar, und erklärte, dass die Familie nicht gewusst habe, wohin sie hätte fliehen können. Wie heute seien wenige Länder dazu bereit gewesen, Flüchtlinge aufzunehmen. Diese Antwort unterstrich die Wichtigkeit und Aktualität der Veranstaltung. So konnten die Schüler*innen nicht nur Geschichtswissen mit nach Hause nehmen, sondern auch Gedanken über Mitmenschlichkeit, Verantwortung und Zivilcourage.