Frau Hess führt den Kiosk in Eigenregie und betreut die Räume in der Hausmeisterwohnung. Hier ein Interview mit ihr:

Wie gefällt Ihnen die Arbeit hier? Eigentlich habe ich es meinem Sohn zu verdanken, dass ich hier gelandet bin. Er ist Schüler der Stufe 5 an der Realschule Heiligenhaus und hat in der Zeitung die Anzeige gelesen, in dem jemand für die Kioskleitung gesucht wird. Da hat er mich bestürmt, dass ich mich bewerbe. Ich hätte nie gedacht, dass daraus etwas wird und dass mir die Arbeit so viel Spaß macht.

D.h. sie arbeiten gerne hier? Ich finde vor allem die Schülerinnen und Schüler super. Der Umgangston ist sehr nett, und meine „Assistenten“ aus den 10. Klassen übernehmen Verantwortung und schaffen dadurch eine positive Atmosphäre. Allerdings bin ich nach getaner Arbeit schon groggy, denn es muss ja auch immer Nachschub eingekauft werden. Außerdem habe ich mit „Creativ-Chameleon“ eine eigene Firma in der Humboldtstrasse 11a, in der ich Bastelpartys, Floristikdienste und Schaufenstergestaltung anbiete.


Was haben Sie vorher gemacht? Ich habe sowohl im Umgang mit Kindern und Jugendlichen als auch in der Gastronomie vielfältige Erfahrungen. So war ich als Erzieherin in Ratingen einmal die jüngste stellvertretende Kindergartenleiterin in NRW, ich habe viele Jahre im Kinderheim Am Brangenberg in Velbert gearbeitet. Aber auch 10 Jahre lang ein spanisch-argentinisches Restaurant geführt.

Worauf legen Sie Wert bei der Auswahl der Angebote? Zunächst habe ich mich am alten Plan meiner Vorgängerfirma orientiert. Ganz wichtig ist mir, dass alle Kinder, die mit leerem Magen von zuhause kommen, hier frühstücken können. Daher habe ich von ca. 7.30 bis 14.15 Uhr durchgehend geöffnet. Z.Zt. experimentiere ich noch stark mit dem Angebot. Ich beobachte, was die Schülerinnen und Schüler verzehren. Wer immer nur Süßes kauft, muss dann auch mal in meiner Gegenwart ein Stück Obst essen. Manche Angebote gibt es nur im Doppelpack, z.B. Hot-Dog und Apfel. Es gibt auch täglich ein günstiges Angebot für die Schülerinnen und Schüler mit kleinem Geldbeutel. Am Eröffnungstag habe ich 150 (?) selbst gebackene Muffins verkauft!

Kommen die Schülerinnen und Schüler gerne her? – Sehr gerne. Wenn es zu laut wird, muss ich allerdings vom kumpelhaften Ton abgehen und manchmal auch durchgreifen. Auch wenn sich jemand im Ton vergreift, muss er die Hausmeisterwohnung verlassen. Insgesamt bin ich jedoch sehr froh, wie diszipliniert und höflich meine Kunden sind. In der Regel geht es hier lustig und lebhaft zu. Viele Schülerinnen und Schüler sagen mir, dass sie sich wünschen, dass ich hier bleibe. Ich habe auch schon den Spitznamen „Kiosk-Omi“ weg.  Zunächst habe ich jedoch mit der Schulleitung eine beiderseitige Probezeit vereinbart.

Welche Pläne haben sie für die Zukunft? Ich bin zwar erst in der dritten Woche hier, habe aber mehr Pläne als ich umsetzen kann.  Ich stelle mir die Hausmeisterwohnung als einen Ort vor, an dem Schüler und Lehrer auch einmal Rückzugsmöglichkeiten haben, einen Bereich in der Schule, an dem sie sich wohlfühlen und entspannen können. Schon jetzt verteile ich manchmal Kräutertee gegen Bauchschmerzen oder wir singen den Geburtstagskindern ein Liedchen. Andererseits gehören auch Regeln dazu. So darf z.B. im Computerraum nicht mehr gegessen und getrunken werden, denn dort sind zu viele „Unfälle“ passiert. Wenn alles so klappt wie ich es mir wünsche und erträume, werde ich im kommenden Jahr hier auch Kreativkurse am Nachmittag und Kindergeburtstagsfeiern anbieten.

Frau Hess, wir danken Ihnen für Ihr Engagement an der Schule und wünschen Ihnen, dass es genauso erfolgreich weiter geht wie der bisherige Start es vermuten lässt. Die Tatsache, dass die Hausmeisterwohnung jetzt mit Leben gefüllt ist, ist ein wichtiger und reicher Beitrag zum Schulleben.
Das Interview führte S.Cohen.