Lesen ist Kino im Kopf“ hat der berühmte Schriftsteller Michael Ende einmal gesagt. Doch wie kann man das wissen, wenn man noch nie so viel gelesen hat, dass Bilder entstanden sind? Am Anfang des Leseprozesses stehen Geduld und Ausdauer. Es muss zunächst ein Rahmen geschaffen werden, die Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Den kann und sollte die Schule bieten.
Ein Weg dazu ist die Methode der „Freien Lesezeit“, die die Klasse 5a vier Wochen vor den Osterferien ausprobierte. An jedem Schultag vom 11. März bis 5. April lasen alle Schüler/innen 15 Minuten leise in einem Buch, das sie sich selbst ausgewählt hatten. Die Leseinteressen der Kinder sollten im Mittelpunkt stehen, um die Lese-Motivation zu fördern. Es waren fast alle Schulfächer und unterschiedliche Lehrer/innen betroffen, aber es galten immer die gleichen Regeln:
➢ An jedem Schultag wurden einmal 15 Minuten gelesen.
➢ Die Schüler/innen brachten ein selbstgewähltes Buch mit.
➢ Zu Beginn des jeweiligen Unterrichts wurde still gelesen; dabei herrschte absolute Ruhe.
Für den Notfall lagen zahlreiche altersgerechte Kinder- und Jugendbücher bereit, die ausgeliehen werden konnten. Es gab auch Bücher für Erstleser*innen, da einige Kinder noch nicht so lange in Deutschland waren, um ein textlastiges Buch zu lesen. Die Lehrer*innen halfen bei der Auswahl und gaben weitere Tipps, wenn ein Buch nicht gefiel oder ausgelesen war.
Sicher konnten nicht alle Schüler*innen der Klasse mit diesem vierwöchigen Projekt zum Lesen verführt werden, aber trotzdem herrschte während jeder Lesezeit eine eindrucksvolle Ruhe im Klassenraum und das ein oder andere Kind machte die erstmalige Erfahrung, dass Lesen Spaß machen kann. Weiter so!